Tatiana Granados Stark
Meisterin der Kunst. Lebt & arbeitet in Bogotá, Kolumbien.
Geboren 1964 in Deutschland, ist Tatiana Granados Maestra en Arte (Absolventin der Universidad de los Andes in Bogotá) mit technischer und künstlerischer Ausbildung in der Schmuckkunst in Kolumbien und Deutschland.
In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie Weberei, Keramik und Goldschmiedekunst zu einer organischen, in jedem Detail sorgfältig ausgearbeiteten Methodik. Ihre Recherche nimmt die Natur als Ausgangspunkt, um plausible imaginäre Geografien zu entwerfen. Ihr aktuelles Werk widmet sich der Biodiversität des Amazonas als Paradigma von Beziehungen und Transformationen – einem Gewebe der Kontinuität, in dem jedes Fragment seine Eigenheit bewahrt und im Zusammenspiel neue Möglichkeiten der Existenz durch die Kunst gewinnt.
Zu ihrem Werdegang in der Goldschmiedekunst zählen der III. und V. PREMIO LÁPIZ DE ACERO (2000 und 2002) sowie der ABSOLUT-HERITAGE-Preis 2002, dessen Stück Teil der Sammlung von Absolut Vodka ist. 2004 wurde ihr Projekt „Mariposa Blanca“ von Artesanías de Colombia ausgewählt, um Kolumbien bei der MILANO VENDE MODA zu vertreten. Ihr gewebter Ring „Nido Verde“ wurde zudem in das Buch „Anillos: 500 creaciones artísticas de todo el mundo“ aufgenommen.
Sie hat an Gruppen- und Einzelausstellungen in Kolumbien, Venezuela, Spanien und Deutschland teilgenommen.
Künstlerische Erklärung
Meine künstlerische Praxis begreift die Natur als komplexes Wesen, dessen Reichtum ich mit Imagination und Metapher deute. Sie entsteht aus einem Dialog zwischen dem Gefundenen und dem Erdachten, zwischen dem, was die Natur hervorgebracht hat, und dem, was die Kunst zum Vorschein bringen kann. Denn ich verstehe Kunst als Fortsetzung ihrer eigenen schöpferischen Prozesse. Deshalb schlagen meine Arbeiten Organismen vor.
Im Bewusstsein meiner eigenen Natürlichkeit erschaffe ich symbolische Ökosysteme rund um das Bild des Amazonas und seine existenzielle Bedeutung. Im Fließen durchquert der Amazonas ein Territorium, erzählt es, webt es, verknüpft es. Verwandlung ist kein Ende und kein Ziel, sondern ein bleibender Zustand des Lebens; eine Geste der Kontinuität, in der jedes noch so kleine Fragment die Möglichkeit anderer Universen in sich trägt. Im Einklang damit hat mich jedes Handwerk gelehrt, dass die Verwandlung eines Materials verlangt, seiner Zeit zuzuhören, seinen Widerstand zu verstehen und sein Werden zu begleiten.
Meine Motivation entspringt der aufmerksamen Beobachtung der natürlichen Umgebung und dem Wunsch, einen poetischen Dialog mit ihren Formen, Rhythmen und Prozessen zu führen. Ich erforsche die Verbindungen zwischen Lebewesen und die allgemeinen Zyklen des Wandels. Mit meiner Arbeit lade ich dazu ein, über unsere Wechselbeziehung mit der Welt nachzudenken und über die Verantwortung, sie mit einem feineren Bewusstsein zu bewohnen: die Schönheit der unsichtbaren Verbindungen sichtbar zu machen.